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Von Holmer Stahncke
Das Tonnendach hat es ihnen angetan. Einheitsbrei mögen sie nicht. Lieber suchen sie nach der perfekten Lösung.
"Unsere Häuser sollen auch Freundlichkeit ausstrahlen." Ein zu strenger Rationalismus in der Architektur empfinden die beiden Poppenbüttler Architekten Finn (49) und Nils Denker (46) als zu kalt und langweilig. "Architektur soll Spaß und Lust machen", sagen die beiden Brüder. Diese beiden Wörter verwenden die Brüder häufig, wenn sie über Architektur sprechen. Ihre Passion fürs Bauen haben sie von ihrem Vater geerbt, der Partner im Architekturbüro Schiefler & Denker war. Seit zehn Jahren betreiben die Denker-Brüder ihr eigenes Büro (www.denker-denker.de).
Vergnügen soll der Bauherr aber nicht nur am fertigen Haus haben, sondern auch beim gemeinsamen Planungsprozess mit den Architekten. "Es ist schön, mit Bauherren zusammenzuarbeiten, die klare Vorstellungen von ihrem zukünftigen Haus haben und sich durch dessen Architektur auch darstellen wollen", sagt Finn Denker. Das sei eine spannende Aufgabe für Architekten. Denn es gelte nicht nur, die Vorstellungen des Auftraggebers mit den technischen Möglichen und dem Baurecht vor Ort in Einklang zu bringen, sondern dieser Vision durch die eigene Erfahrung und Kreativität auch das gewisse Etwas hinzuzufügen, damit das fertige Haus eine besondere Note erhalte.
Das Ganze müsse sich zudem im finanziellen Rahmen des Kunden bewegen. "Wir suchen die optimale maßgeschneiderte Lösung", sagt Finn Denker. Schön sei es, wenn nicht nur der Bauherr mit ihrer Arbeit zufrieden sei, sondern auch Dritte wie Nachbarn oder Passanten.
"Häufig wurden wir auf ein Haus angesprochen, das wir in Alsterdorf in eine Baulücke gesetzt haben, die der Abriss eines gründerzeitlichen Wohngebäudes hinterlassen hatte." Das moderne Wohnhaus mit einer großen Erdgeschosswohnung und zwei darüberliegenden Maisonetten fällt durch das geschwungene Tonnendach auf.
Diese Dachform findet man häufig bei den Entwürfen der beiden Brüder. Sie biete nicht nur von außen einen optischen Reiz, sondern auch die Möglichkeit, interessante Innenräume mit Galerien zu gestalten, sagt Nils Denker. "Das Tonnendach bringt Stil, Raum und Höhe." Dass sie aber nicht auf diese Dachform festgelegt sind, zeigen andere Hausentwürfe aus ihrer Feder. "Wir haben moderne Kaffeemühlen gebaut und Anbauten mit klaren Linien", so Nils Denker.
Auch bei den Büro-, Gewerbe- und Ladengeschäftsbauten, die sie entworfen haben, spielen sie mit vielfältigen Formen und einem durchdachten Materialmix. In einem Gewerbegebiet dürfe ein Gebäude ebenfalls durch seine Architektur auffallen, sind die beiden überzeugt.
Gern erinnern sie sich an den Bau eines Wohnhauses, dessen Bauherr von der "traditionellen Moderne der zwanziger Jahre" angetan war. Auf dem Nachbargrundstück habe ein bedeutendes Gebäude dieser Epoche gestanden, auf das man mit dem neuen Haus eingegangen sei, indem man Stilelemente der Backsteinfassaden der Zwanzigerjahre aufgenommen habe. "Wir haben das Haus so entworfen, dass der Wohnbereich und der Garten ineinander übergehen", sagen die Brüder.
Übergänge spielen auch bei den Typenhäusern eine Rolle, die das Büro denker.denker.architekten entworfen hat. Einige öffnen sich zum Garten durch einen bis zur Dachkante reichenden Wintergarten. "Auf die Idee, mehrere Typenhäuser zu entwerfen, sind wir gekommen, als wir merkten, dass viele Kunden sich gern an solchen Visualisierungen orientieren", erklärt Finn Denker. 15 Entwürfe von vier Grundtypen liegen vor, drei wurden genauer ausgearbeitet - darunter einige mit Tonnendächern und das sich nach oben verjüngende Haus "mas taba" mit Flachdach. Der Name "mas taba" (arabisch "Steinbank") bezeichnet spätere Pyramidenbauten.
"Das Typenhaus ist eine Vorlage, die sich der Bauherr nach seinen eigenen Vorstellungen umgestalten lassen kann", sagen die Brüder. Die Entwürfe fallen durch fröhliche Farbigkeit und Materialvielfalt auf. Aber auch in der Backsteinvariante fällt das Typenhaus aus dem Rahmen der Einheitsarchitektur.
"Eigentlich erstaunlich, dass sich die Menschen so selten zum Planer trauen, wenn es darum geht, ein Haus zu bauen", wundern sich beide. Überall suche man das Ausgefallene, aber ausgerechnet beim Haus begnüge man sich häufig mit dem Herkömmlichen.
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