untersuchung für die justus brinckmann
gesellschaft
beitrag der architekten schiefler & denker,
1996
| Seit den 80er Jahren
ist die "Museumsmeile" in Hamburg ein städtebauliches und kulturpolitisches
Programm. Das MKG gehört kulturpolitisch in dieses Programm hinein.
Aber durch seine Lage tanzt es aus der Reihe. Es kehrt der Linie, die dem
Verlauf der alten Wallanlagen folgt, den Rücken und ist von der entgegengesetzten
Seite her zugänglich. Im Zuge der Verwirklichung des Projektes MKG
2002 sollte man das ändern.
Den größten Teil des Mehrzweck-Hauses nahmen ursprünglich Schulen ein. Ihr Eingang lag an der Westseite in der eindrucksvollen Fassade, die das Gebäude dem Wallgraben und der Stadt zukehrte. Dieses Vorland des Gebäudes ist ganz verschwunden, der Eisenbahn geopfert worden. Durch die Überdeckung der Gleisanlagen, die für den Transrapid geplant ist, würde ein neues Vorfeld entstehen, eine bessere optische Verbindung zur Innenstadt. Dann wäre es erst recht sinnvoll, das Museum von Westen her zu erschließen. Der Westeingang führt durch das Mittelrisalit in eine großzügige Eingangszone. Vorgelagert ist eine transparente Installationswand aus Stahl und Glas, die das alte Portal sichtbar läßt. Das weit aufragende Gerüst trägt den Namen des Hauses und weithin sichtbare Transparente. Niedrige Außentreppen und sanft ansteigende Rampen in einer schon heute viel begangenen Fußgängerzone erlauben den behindertengerechten Zugang. Im Gelenk zwischen dieser Zone und der Steintorbrücke sollte ein Merkzeichen in die Flucht von Mönckebergstraße und Adenaueralle vortreten, das den Passanten, auch aus Richtung Hauptbahnhof und ZOB den Weg weist. Die innere Erschließung entwickelt sich über das einzige historische Treppenhaus, das mit seiner doppelläufigen Anlage alle Geschosse erschließt. Die Kasse liegt in der Eingangsachse, flankiert von Garderobe und "Katalog". Der Besucher gelangt von hier aus geradewegs ins Treppenhaus und zum Personenaufzug. |
| Im Südhof schafft
eine schlichte Stahlbetonkonstruktion aus Fertigteilen rd. 4.800 qm neue
Nutzfläche auf 6 Ebenen, die in gebührendem Abstand die Gingko-Bäume
des Museumsgründers Justus Brinckmann umschließen. Im Erdgeschoß
tragen eingestellte Galerien zur Differenzierung des hohen Raumes bei.
Die Geschoßdecken reichen bis auf 2 - 4 m an die Hoffronten des Altbaus heran, die zu Umfassungswänden der neuen Räume werden. Der Spalt ringsrum und die weite Öffnung um die Bäume herum läßt gefiltertes Tageslicht blendungsfrei bis ins Erdgeschoß hinunterdringen. Der Zugang zu den neuen Geschoßflächen wird durch Brücken aus alten Fensteröffnungen auf allen Ebenen von allen benachbarten Sammlungsräumen aus möglich. Der Neubau soll oberhalb des Abstandes zwischen alt und neu mit sonnengeschützten Glasdächern geschlossen werden. Über den beiden Bäumen gipfelt das Dach in einer gläsernen Kuppel. |
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| An Stelle von Keramikabteilung
und Bibliothek soll eine zentrale Halle im Schnittpunkt aller Funktionen
entstehen. Hier kann der "Katalog" mit einem breiteren Angebot im book
shop, und ein Kunstgewerbeladen zum Treffpunkt der Besuchergruppen werden.
Damit würde die alte Turnhalle des ursprünglichen Schulhauses
eine neue Aufgabe erhalten. Keramik und Bibliothek sollen oben im Dachgeschoß
an der Kuppel über den Bäumen einen neuen Platz finden.
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